Häufige Schmerzarten bei Jugendlichen

Mehr als ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen gab in einer wissenschaftlichen Befragung zu „Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ an, dass die häufigste Art von Schmerzen, unter der sie in den zurückliegenden drei Monaten gelitten hatten, Kopfschmerzen gewesen seien. Weitere häufige Schmerzarten bei Jugendlichen sind Rückenschmerzen, Bein- und Bauchschmerzen. Während Kopfschmerzen bei Mädchen wie auch bei Jungen das Ranking um die häufigste Schmerzart gleichermaßen anführen, klagen Mädchen am zweithäufigsten über Regelschmerzen. Bei Jungen folgt an zweiter Stelle das Bein als Schmerzort1.

Kopfschmerzen Regelschmerzen Rückenschmerzen

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Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind die häufigste Schmerzart bei Jugendlichen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ca. 70 % der 12- bis 15-Jährigen unter Kopfschmerzen leiden; etwa 80 % der Mädchen und etwa 60 % der Jungen geben an, in den vergangenen drei Monaten wiederholt Kopfschmerzen gehabt zu haben2.

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Regelschmerzen

Von Regelschmerzen sind manche Mädchen nur leicht betroffen, viele fühlen sich durch die monatlich wiederkehrenden Schmerzen hingegen stark beeinträchtigt. Während es bei einigen während der Menstruation im unteren Bauch zieht und drückt, schmerzt bei anderen auch der Rücken und sie haben Kopfschmerzen. Einige müssen im Bett liegen und können nicht zur Schule oder zur Arbeit gehen. Krampfartige Unterleibsschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Migräne sind ebenfalls mögliche Symptome.

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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nach Kopfschmerzen die mitunter häufigste Schmerzart bei Jugendlichen. Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen nimmt die Häufigkeit von Rückenschmerzen mit steigendem Alter zu.3 Die Hauptursache sind Muskelverspannungen, die durch mangelnde Bewegung, stundenlange sitzende Tätigkeiten und Übergewicht entstehen können.

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Mehr als die Hälfte der in der Studie befragten Jugendlichen berichtete über wiederkehrende Schmerzen. Bei etwa jedem vierten Jugendlichen in diesem Alter traten die Schmerzen einmal pro Woche oder häufiger auf. Mit zunehmendem Alter traten die Schmerzen deutlich häufiger wiederkehrend auf. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Mädchen kommen in allen Altersstufen häufiger wiederkehrende Schmerzen vor als bei gleichaltrigen Jungen. 1

Mutter und Tochter

Quelle: Initiative Schmerzlos

Experten gehen davon aus, dass der Lebensstil einen deutlichen Einfluss auf die Entstehung von Schmerzen hat. So kann man Migräne und Spannungskopfschmerzen häufiger bei Jugendlichen beobachten, die viel rauchen, Alkohol trinken und sich selten bewegen. Auch ein Zusammenhang zwischen wenig körperlicher Aktivität, hohem Kaffeekonsum und häufigen Migräneattacken wurde festgestellt. Ernährungsgewohnheiten und die tägliche Trinkmenge scheinen als Auslöser eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.4 Als weitere Auslöser für Kopfschmerzen kommen unter anderem Schulstress, Reizüberflutung und Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich in Frage.

Langes Sitzen in der Schule oder bei der Arbeit, Bewegungsmangel und Übergewicht fördern zudem die Entstehung von Rückenschmerzen bei Jugendlichen.

Was sind Schmerzen?

Schmerzen sind unangenehme Sinnes- und Gefühlserlebnisse, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können und die jeder unterschiedlich wahrnimmt. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 80 % der 11- bis 17-Jährigen angeben, in den vergangenen drei Monaten, irgendeine Art von Schmerzen gehabt zu haben. Dabei traten bei fast jedem vierten Jugendlichen einmal in der Woche Schmerzen auf.1 Häufigste Schmerzarten bei Jugendlichen sind Kopf-, Regel- und Rückenschmerzen.

Tipps: Schmerztagebuch, Behandlung (Erste Hilfe, Medikamente)


1 U. Ellert, H. Neuhauser, A. Roth-Isigkeit: Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Prävalenz und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 5/6 • 2007 • 50:711–717.

2 Fendrich, Konstanze et al. Hohe Prävalenz von Kopfschmerzen bei Jugendlichen – Ergebnisse einer epidemiologischen Studie in Vorpommern. Greifswald: Institut für Community Medicine, Universität Greifswald. Im Internet abrufbar unter: http://www.egms.de/static/en/meetings/gmds2005/05gmds240.shtml

3 Zwart JA et al. The prevalence of migraine and tension-type headaches among adolescents in Norway. The Nord-Trøndelag Health Study (Head-HUNT-Youth), a large populationbased epidemiological study. Cephalalgia 2004; 24:373–9.

4 Ludwig-Maximilians-Universität München, Presseinfo vom 10.6.2010: „Ein gesunder Kopf auf einem gesunden Körper.“ Im Internet abrufbar unter: http://www.uni- muenchen.de/aktuelles/presseinformationen/2010/f-32-10.html