Schmerzen vorbeugen

Spannungskopfschmerzen vorbeugen

Psychische Ursachen wie Stress, Kummer oder Angst, aber auch Reizüberflutung durch zu viel TV, Videospiele und Internet können muskuläre Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich und dadurch Spannungskopfschmerzen verursachen. Hierfür sollten Jugendliche Strategien erlernen, wie sie am besten den Stress bewältigen können. Pausen zur Entspannung wie zum Beispiel durch Yoga oder autogenes Training können den Stressabbau unterstützen.

Zudem können Jugendliche durch

regelmäßige sportliche Aktivitäten,

ausreichend Schlaf,

eine ausgewogene Ernährung,

den Verzicht aufs Rauchen und

den Verzicht auf Alkohol

ihren Kopfschmerzen vorbeugen.

Migräneauslöser erkennen und Migräneattacken vorbeugen

Migräne kann unter anderem durch bestimmte Auslöser (sogenannte Trigger) wie zum Beispiel Schlafmangel, Stress oder grelles Licht begünstigt werden. Die Trigger sind zwar nicht die eigentliche Ursache, aber der Auslöser der Schmerzattacken. Das Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker kann hier Informationen über Auslöser liefern. Um Migräne vorzubeugen, ist es gut, diese Trigger zu meiden.

Bei einigen Jugendlichen können auch bestimmte Nahrungsmittel einen Migräneanfall auslösen. In diesem Fall ist eine triggerarme Ernährung sinnvoll. Jugendliche sollten hierfür ihre individuellen ernährungsbedingten Trigger herausfinden und diese gezielt von ihrem Speiseplan streichen. Es macht aber keinen Sinn, auf Nahrungsmittel zu verzichten, wenn sie keine Attacken auslösen.

Migräneattacken mit Medikamenten vorzubeugen, wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft nur dann empfohlen, wenn einer der folgenden Punkte vorliegt1:

  • Drei und mehr Migräneattacken pro Monat.
  • Migräneattacken, die regelmäßig länger als 72 Stunden anhalten.
  • Attacken, die auf eine Therapie entsprechend den gegebenen Empfehlungen (inkl. Triptanen) nicht ansprechen und/oder wenn Nebenwirkungen der Akuttherapie nicht erträglich sind.
  • Bei Zunahme der Attackenfrequenz und Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln an mehr als zehn Tagen im Monat.
  • Bei komplizierten Migräneattacken mit beeinträchtigenden und/oder langanhaltenden Auren (visuelle oder sensorische Wahrnehmungsstörungen wie z.B. Schwindel, Lähmungen oder verschwommenes Sehen) .

Eltern, Erziehungsberechtigte oder die Jugendlichen selbst sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen, wenn sie diese Punkte an sich beobachten. Dieser kann sie fachgerecht beraten, bestimmte Medikamente verschreiben und über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Vorbeugung von Clusterkopfschmerzen

Alternative Therapien und Vorbeugungsmaßnahmen wie zum Beispiel Entspannungsübungen oder Akupunktur sind bei Clusterkopfschmerzen in der Regel nicht wirksam. Hier helfen zur Vorbeugung bestimmte Medikamente wie zum Beispiel die verschreibungspflichtigen Substanzen Verapamil oder Lithiumcarbonat. Ein Arzt kann Jugendliche über die Vorbeugung von Clusterkopfschmerzen mit Medikamenten sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Rückenschmerzen vorbeugen

Rückenschmerzen können Jugendliche am besten mit ausreichender und regelmäßiger Bewegung vorbeugen. Entscheidend ist, dass der Rücken und die Muskulatur trainiert und gestärkt werden. Jugendliche sollten sich eine Sportart aussuchen, die ihnen am meisten Spaß macht, wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen oder Fußball spielen und darauf achten, dass sie diese regelmäßig betreiben. Jugendliche, die sich aktiv bewegen, können zudem auch Stress abbauen - ein weiterer wichtiger Faktor in der Vorbeugung von Rückenschmerzen.

  • In einer Rückenschule lernen, wie man sich im Alltag rückenschonend bewegt
  • Mehr Bewegung in den Alltag integrieren
  • Weniger als drei Stunden am Tag „bewegungslos“ vor einem Monitor sitzen.

1 S. Evers et al. Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Nervenheilkunde 10/2008.